Sprechen über Sprache: Direkte Methoden in der Einstellungsforschung
Arbeitstagung

Die Arbeitstagung Sprechen über Sprache widmet sich der direkten Einstellungsforschung mit dem Ziel, die Genese von Einstellungen in ihrem komplexen (Äusserungs-)Kontext zu erfassen und die Variabilität von evaluativen Äusserungen sowie die Konstruktion des evaluierten Objekts zu beschreiben.
Spracheinstellungen wurden bisher mehrheitlich mittels indirekter Methoden erfasst – es wird sogar vom Primat der indirekten oder verdeckten Einstellungsforschung gesprochen (Kristiansen, 1997). Die am häufigsten mit dem indirekten Zugang assoziierte Methode ist die Matched-Guise-Technik: Aufgrund von Hörproben drücken Gewährspersonen auf Skalen ihre Einstellungsdispositionen numerisch aus. Direkte Methoden, bei denen mittels Interviews oder Fragebogen gezielt Äusserungen über Einstellungen elizitiert werden, kommen erst seit der Etablierung der Folk Linguistics als linguistische Disziplin (vgl. Niedzielski/Preston, 2000) im angelsächsischen Raum vermehrt zum Einsatz.
Es ist an der Zeit, die beiden methodologischen Zugänge und ihre spezifischen Erkenntnisinteressen und Möglichkeiten kritisch zu diskutieren und voneinander abzugrenzen ohne ihre Gemeinsamkeiten zu vernachlässigen. Die Arbeitstagung Sprechen über Sprache widmet sich in diesem Sinne dem eher marginalisierten direkten Zugang zu Spracheinstellungen. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass das Sprechen über Sprache eine beliebte Alltagspraxis von Laien ist, die Sprache nicht nur als perzeptive, sondern auch als soziale und kulturelle Realität wahrnehmen und evaluieren.
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Abstracts [PDF/196 KB]
Tagungsort: Deutsches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 4, 4051 Basel


