Deutsche Sprachwissenschaft Basel

 

Muss es auf Standarddeutsch Fahrrad heissen oder geht auch Velo? Wer entscheidet überhaupt hierüber? Stimmt es, dass der Genitiv im Deutschen vom Aussterben bedroht ist? Und falls ja, wäre das schlimm? Wieso haben wir den Eindruck, dass manche Sprachgebrauchsweisen typisch für bestimmte Gruppen sind und was ist dieses Typische? Was passiert im Kopf, wenn wir Sprache verarbeiten? Und wie lernen Kinder oder Erwachsene Sprache(n)?

Mit Fragen dieser Art setzt sich die Sprachwissenschaft (Linguistik) auseinander. Sie bildet die Grundlagendisziplin für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache – dem primären Medium menschlicher Interaktions-, Kulturschaffungs- und Denkprozesse. Die Linguistik untersucht Sprache in ihren verschiedenen sozialen, medialen und historischen Erscheinungsformen. Sie ist eng mit den Gesellschafts-, Medien- und Kognitionswissenschaften verbunden.


Unsere Schwerpunkte

In der germanistischen Linguistik in Basel haben sich vielfältige Schwerpunkte etabliert. Insbesondere befassen wir uns

  • mit der mentalen Dimension von Sprache (Kognitive Linguistik, Psycholinguistik)
  • mit kindlicher Sprachentwicklung (Spracherwerb)
  • mit aktueller und historischer linguistischer Theoriebildung (Sprachtheorie, Sprachwissenschaftsgeschichte)
  • mit dem Sprachgebrauch (Pragmatik)
  • mit sprachlicher Variation entlang räumlicher und sozialer Achsen (Varietätenlinguistik, Dialektologie). Siehe hierzu das Projekt Variantenwörterbuch.
  • mit der historischen Entwicklung des Deutschen (Sprachgeschichte)
  • mit Fragen des Zusammenhangs von Sprache und Gesellschaft (Soziolinguistik)
  • mit der Musterhaftigkeit von Sprache (Phraseologie), hierzu beispielsweise die Projekte Kollokationenwörterbuch (2014) und Deutsche Sprichwörter und Redewendungen im Sprachwandel (2013).
  • mit Aspekten des Lehrens und Lernens von Sprachen (Sprachdidaktik)
  • mit der Organisation von Texten und Gesprächen (Text- und Gesprächslinguistik)
  • mit der Sprachverwendung in den Medien (Medienlinguistik)
  • mit empirischen Methoden der Datenerhebung und Datenanalyse (u.a. Korpuslinguistik). Entstanden ist in Basel beispielsweise das Schweizer Textkorpus.
  • mit der Erforschung von Orts- und Flurnamen (Onomastik), z.B. im Projekt Orts- und Flurnamenforschung Basel-Stadt
  • sowie mit der Erstellung von Wörterbüchern (Lexikographie). Entstanden sind in Basel in den letzten Jahren das Kollokationenwörterbuch (2014), das Neue Baseldeutsch Wörterbuch (2010) und das Variantenwörterbuch (2004; Neuauflage in Bearb.).

 

Kompetenzziele und Inhalte des Studiums

Im sprachwissenschaftlichen Studium an der Universität Basel wird eine vertiefte Kenntnis und damit Kompetenz zur Diskursmitgestaltung in den folgenden Bereichen vermittelt:

  • Bedeutung der Sprache für Alltag, Kunst und Wissenschaft im privaten und öffentlichen Raum
  • Zusammenhang von Sprache, Denken und Kommunikation (Wissenstransfer)
  • Zusammenhang von Sprache und sozio-kultureller Identität
  • Bedeutung von sprachlichem Wandel für soziale und kulturelle Prozesse
  • Linguistische Theoriebildung und Zusammenhang von wissenschaftlichem Fortschritt in der Sprachwissenschaft und ihren Nachbardisziplinen

Zu Beginn des Linguistikstudiums stehen Analysen des Sprachsystems und des Sprachgebrauchs in der Kommunikation im Vordergrund. Es folgen Lehrveranstaltungen zur historischen Entstehung und geografischen Verbreitung des Deutschen und seiner Dialekte sowie Einführungen in verschiedene Schwerpunktbereiche der Basler Forschung. Im weiteren Verlauf des Studiums können die Studierenden eigene Interessen vertiefen.

Empirische Überprüfungen von aktuellen theoretischen Fragestellungen, z.B. durch Korpusanalysen oder eigene Datenerhebungen, werden besonders gefördert, indem Seminar- und Abschlussarbeiten im Rahmen bestehender Forschungsprojekte geschrieben werden können. Die Deutsche Sprachwissenschaft pflegt die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Sprachwissenschaften der einzelnen Philologien ("interphilologisches Programm").

 

Studienfächer

Am Deutschen Seminar der Universität Basel können Studiengänge mit folgenden Abschlüssen studiert werden:

BA Deutsche Philologie (Bachelor)

Im Vollzeitstudium erwerben Sie hier einen Bachelor of Arts. Das Bachelorstudium ist eine wissenschaftliche Grundausbildung. Im Unterschied zu einem Masterabschluss ist das Bachelorstudium in der Regel berufsvorbereitend, nicht berufsqualifizierend. Neben dem Studienfach Deutsche Philologie erwerben Sie Studienleistungen in einem zweiten Studienfach und im sogenannten komplementären Bereich. Die tabellarische Auflistung (Studienantritt vor HS 2013 [PDF (34 KB)] bzw. Studienantritt ab HS 2013  [PDF (106 KB)]) der im BA-Studienfach Deutsche Philologie zu absolvierenden Lehrveranstaltungen ist zudem sehr nützlich für die Planung Ihres BA-Studiums.

Nähere Informationen zum Aufbau und zur Struktur des BA-Studiums erhalten Sie in der Wegleitung, der Studienordnung, der Bachelorordnung und der Wegleitung für den komplementären Bereich.

MA Deutsche Philologie (Master)

Das Masterstudium (MA) baut auf den Studienzielen des Bachelorstudiengangs auf. Vermittelt wird hier eine vertiefte Kenntnis und wissenschaftliche  Kompetenz in den einschlägigen Bereichen des Faches. Das Ziel des Masterstudiums ist die Befähigung zu eigener, wissenschaftlich fundierter Arbeit im Kontext der bestehenden Forschung.

Nähere Info zum Aufbau und zur Struktur des MA-Studiums erhalten Sie in der Wegleitung, der Masterordnung, den Anhängen zur MA-Ordnung sowie in der Wegleitung für den komplementären Bereich. Bei der Planung Ihres MA-Studiums hilft Ihnen die tabellarische Auflistung [PDF (100 KB)] der im MA-Studienfach Deutsche Philologie zu absolvierenden Lehrveranstaltungen. Beachten Sie bitte auch das Merkblatt zur Masterarbeit [PDF (104 KB)] in den Bereichen „Deutsche Sprachwissenschaft“ und „Sprache und Kommunikation“.

MA Sprache und Kommunikation (Master)

Der zweijährige Master-Studiengang "Sprache und Kommunikation" richtet sich an interessierte BA-AbsolventInnnen aller philologischen Fächer und bildet eine ideale Voraussetzung für die wachsenden Ansprüche der mehrsprachigen Kultur- und Wirtschaftsräume der Triregio und Europas. Der MA ist auf das Studium der allgemeinen Sprachwissenschaft ebenso wie auf einzelphilologischer Sprach- und Kommunikationswissenschaft ausgerichtet und ermöglicht auch sprachvergleichende und kontrastive Fragestellungen. Der Studiengang ist fächerübergreifend angelegt und enthält Brückenangebote zu den Medien- und Gesellschaftswissenschaften.

Nähere Informationen zum Aufbau und zum Inhalt des Studiums finden Sie auf der Website des Studiengangs sowie in der Wegleitung, der Masterordnung, den Anhängen zur MA-Ordnung sowie in der Wegleitung für den komplementären Bereich. Beachten Sie bitte auch das Merkblatt zur Masterarbeit [PDF (104 KB)] in den Bereichen „Deutsche Sprachwissenschaft“ und „Sprache und Kommunikation“.

MA Deutsche Literaturwissenschaft (Master)

Das Masterstudienfach Deutsche Literaturwissenschaft umfasst das Studium der deutschen Literatur und Kultur von den Anfängen bis zur Gegenwart unter Einbezug der Methoden und Theorien, die das Fach geprägt haben und gegenwärtig bestimmen. Das Masterstudienfach kann mit einem alleinigen Schwerpunkt bei der neueren deutschen Literatur studiert werden oder mit einem alleinigen Schwerpunkt bei der germanistischen Mediävistik oder in Kombination beider Schwerpunkte. Einzelheiten finden Sie in der Wegleitung.

Im Gegensatz zum Masterstudiengang Deutsche Philologie bereitet der Masterstudiengang Deutsche Literaturwissenschaft nicht auf den Lehrerberuf vor. Was die Studienziele betrifft, so baut er aber ebenso auf dem  Bachelorstudiengang auf. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Wegleitung, der Masterordnung, den Anhängen zur MA-Ordnung sowie in der Wegleitung komplementärer Bereich. Bei der Planung Ihres MA-Studiums hilft Ihnen die tabellarische Auflistung [PDF (77 KB)] der im MA-Studienfach Deutsche Literaturwissenschaft zu absolvierenden Lehrveranstaltungen.

MA Literaturwissenschaft (Master)

Nähere Informationen zum Studiengang MA Literaturwissenschaft / Literary Studies / Etudes Littéraires finden Sie hier.

Studiengang Sekundarstufe I / Lehrdiplom für Mittelschulen

Die fachwissenschaftliche Ausbildung der Sekundarstufe I wird im Auftrag der Pädagogischen Hochschule (PH), Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), von der Universität durchgeführt. Informationen und Unterlagen finden sich unter Pädagogische Hochschule / Sekundarstufe I. Bei Fragen wenden Sie sich an Prof. Dr. Claudia Schmellentin (FHNW/PH) oder an PD Dr. Hubert Thüring (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft / Universität Basel).

Studiengang Sekundarstufe II / Lehrdiplom für Maturitätsschulen (früher Höheres Lehramt)

Über den Studiengang der Sekundarstufe I (Mittellehrer) informiert die Pädagogische Hochschule / Sekundarstufe II.

MA Educational Sciences (Master)

Über den Studiengang informiert das Forschungs- und Studienzentrum für Pädagogik

Lizentiat (auslaufender Studiengang)

Das Lizentiat ist an der Universität Basel ein auslaufender Studiengang. Ein Lizentiatsexamen kann nur noch von jenen abgelegt werden, die sich bereits im Lizentiatsstudium befinden. Studienanfängerinnen und Studienanfängern ist es nur noch möglich, sich für ein Bachelor- oder Masterstudium einzuschreiben.

Nähere Informationen zum Lizentiatsstudium erhalten Sie in der Studienordnung [PDF (64 KB)] und in der Ordnung der Philosophisch-Historischen Fakultät für das Lizentiatsexamen [PDF (74 KB)].

Promotion

Aufbauend auf einem abgeschlossenen Masterstudium kann zudem in einem der drei Abteilungen - Germanistische Mediävistik, Neuere Deutsche Literatur, Deutsche Sprachwissenschaft (Germanistische Linguistik) - ein Promotionsstudiengang aufgenommen werden. Informationen zu den Anschubstipendien des Doktoratsprogramms Literaturwissenschaft Basel finden Sie hier.