Germanistische Mediävistik im Europäischen Kontext

Gegenstand der germanistischen Mediävistik am Deutschen Seminar der Universität Basel ist die Geschichte der deutschen Sprache und Literatur vom 8. bis zum 16. Jahrhundert als Bestandteil der europäischen Kultur des Mittelalters und des Übergangs zur frühen Neuzeit. Die Macharten und die kulturellen Funktionen der verschiedenen Arten schriftlich überlieferter deutschsprachiger Texte entwickelten sich in diesem Zeitraum unter dem Einfluss mündlicher Traditionen, der lateinischen Schriftkultur und anderer volkssprachlicher, insbesondere romanischer Textvorbilder.

Weil mehr oder weniger gut gesicherte Vorstellungen vom Mittelalter und der Reformationszeit fest zum europäischen Selbstbild gehören, haben die unterschiedlichen historischen Disziplinen die Aufgabe, in interdisziplinärer Zusammenarbeit kritisch reflektiertes Wissen über die Vergangenheit zur Verfügung zu stellen. Das spezifische Feld der germanistischen Mediävistik wird dabei durch die gesamte deutschsprachige Textüberlieferung in ihren europäischen Zusammenhängen, in herausgehobener Weise aber durch die erhaltenen poetischen Texte bestimmt.

Die Erkenntnisinteressen gelten vor diesem Hintergrund sowohl der Andersartigkeit und Fremdheit älterer Texte – insbesondere poetischer – und der historischen Wissensordnungen, auf die sich beziehen, als auch den Traditionszusammenhängen, durch die die europäische Kultur ihre historischen Kontinuitäten herstellt.

Hinweise zu schriftlichen Arbeiten und Prüfungen in der Mediävistik finden Sie hier [PDF (104 KB)].