Prof. Dr. Alexander Honold – Aktuell

Alexander Honold: Der Erd-Erzähler. Peter Handkes Prosa der Orte, Räume und Landschaften

Die Weiträumigkeit und Formenvielfalt der Erde, ihrer Orte und Landschaften zu entdecken und in sprachliche Bilder zu fassen, bildet den vitalen Grundimpuls des Reisens und Schreibens für Peter Handke, den österreichischen Schriftsteller von Weltrang. Erstmals wird hier das Œuvre Handkes unter der leitenden Perspektive des raumgreifenden Erzählens systematisch erkundet und dargestellt. Vom den 1966 erschienenen Hornissen und der amerikanischen „Road novel“ des Kurzen Briefs zum langen Abschied über die Geschichte des Alaska-Geologen aus Langsame Heimkehr und den Salzburger Mönchsberg bis hin zu den Erzählungen der Pariser Gegenwart hält sich Handkes Prosa die gängigen Literaturtrends der Gegenwart immer mehr auf Abstand, um stattdessen aus Erdformen, Bodenreliefs und Landschaftslinien ihre Energie zu ziehen. Dabei treten so unterschiedliche Topographien hervor wie das spanische Hochland, die Salzburger Altstadt, der Pariser Vorstadtbogen und der adriatische Karst. Der Band zeigt Handke als Vorläufer eines ökologischen Schreibens und wertet hierfür auch Reiseaufzeichnungen und unveröffentlichte Notizbücher des Schriftstellers aus. Zur Sprache kommen ebenfalls die mit dem Zerfall Jugoslawiens brennend aufgeworfenen Fragen nach den Handlungsmodellen kultureller Gemeinschaftlichkeit und schließlich Handkes ‚Ästhetik der Wanderschaft‘ in den Spätwerken Niemandsbucht und Bildverlust, die in minutiösen Analysen und Deutungen vorgestellt werden.
 
Erscheinungstermin: 23. Oktober 2017
ISBN: 978-3-476-04536-2
Verlag: J. B. Metzler
Preis: CHF 62,00
 
Weitere Informationen siehe Verlagsseite

Handbuch Literatur & Musik. Herausgegeben von Nicola Gess und Alexander Honold.

Handbücher zur Kulturwissenschaftlichen Philologie.

Was macht die 'Musikalität' eines Textes aus? Lassen sich literarische Formen auf musikalische Vorbilder zurückführen? Ist Musik eine Sprache? Was passiert, wenn aus einem Roman eine Oper werden soll? Das Handbuch Literatur und Musik behandelt Grundfragen des Verhältnisses von Literatur und Musik, diskutiert theoretische Konzepte und aktuelle Forschungsfragen und liefert einen umfangreichen historischen Überblick über die facettenreichen Interaktionen dieser beiden Künste und ihrer Medien.

De Gruyter, 2016.
ISBN: 978-3-11-038111-5

 

Goethe als Literatur-Figur. Herausgegeben von Alexander Honold, Edith Anna Kunz und Hans-Jürgen Schrader.

Goethe literarisch verarbeitet. Von Lenz bis Walser. In Roman, Drama, Singspiel und auch Film.

Goethes Leben und Persönlichkeit sind quellenreich dokumentiert - und sie wurden selber zum Gegenstand künstlerischer Anverwandlung. Dichterkollegen widmeten ihm faktentreue und phantasierte, bewundernde und bissige Porträts in allen erdenklichen Medien, Gattungen und Schattierungen. Leichte Muse und schicksalsschwere Szenen führen »ihren« Goethe in unterschiedlichster Beleuchtung auf die Bühne. Auch in Musik, Kunst und Film spiegelt sich das Dichterbild. Goethe als die deutsche Literatur-Figur - das ergibt eine facettenreiche Bestandsaufnahme seines produktiven Nachlebens. Das Spektrum reicht vom Weggefährten J. M. R. Lenz bis in jüngste Goethe-Evokationen bei Martin Walser und Hanns-Josef Ortheil. Neben den »Herausforderern« Thomas Mann und Arno Schmidt kommen Lästerzungen wie Alfred Polgar oder Thomas Bernhard zu Wort. Auf die vehemente Annäherung durch Albrecht Schaeffer folgt die zögernde bei Stefan Zweig. Der dramatische Bogen führt von Karl Gutzkow über Franz Lehár zu den Goethe-Filmen der Gegenwart. Einleitend gibt Adolf Muschg über die Goethe-Gestalt seines Löwenstern-Romans Auskunft.

Wallstein Verlag, 2016.
ISBN: 978-3-8353-1932-5



Alexander Honold: Einsatz der Dichtung. Literatur im Zeichen des Ersten Weltkriegs.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde die deutsche Dichtung zum Sprachrohr enthusiastischer Mobilmachung und Kriegsdeutung. Es waren die Dichter, die im August 1914 an den Kampfeswillen der Kriegführenden appellierten, innere Überzeugung und Opferbereitschaft zu wecken versuchten. Die überwiegende Mehrzahl der großen deutschsprachigen Autoren, darunter Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Gerhart Hauptmann, Rainer Maria Rilke und Robert Musil, verknüpften ihre persönliche Existenz und ihr poetisches Programm aufs Engste mit dem Ernstfall des Kriegs, auch wenn dies ihre geistige Unabhängigkeit massiv beeinträchtigte. Während von den jüngeren Autoren viele ihren Fronteinsatz mit dem Leben bezahlten oder tiefe Verwundungen an Leib und Seele davontrugen, wurden die etwas älteren für lange Zeit aus der Bahn ihrer künstlerischen Kreativität geworfen. Wichtige kulturelle Grundzüge der Moderne – wie Massen gesellschaft und Technik, Wertezerfall und Sachlichkeit – fanden sich durch den Geschichtsbruch des Kriegs beschleunigt und verstärkt. Am Kriegsende rollten nicht nur Königskronen in den Staub, sondern auch der aufs Spiel gesetzte Nimbus der Dichter mußte weichen: einem neuen, nicht mehr metaphysisch aufgeladenen Begriff der Literatur. Alexander Honolds Buch rekonstruiert zum ersten Mal in umfassender Weise den symptomalen Stellenwert des Ersten Weltkriegs für die geschichtliche und ästhetische Entwicklung der Literatur. Die materialreiche Studie gibt einen Überblick zur poetischen Mobilmachung und Kriegsdeutung und folgt mehr als einem Dutzend Autoren durch die ersten Tage und Wochen des Kriegs, von der Generation der Jugendbewegten bis zu den gefeierten Eminenzen. Plastisch nachgezeichnet werden die veränderten Formen des Hörens und Sehens innerhalb eines »Kriegs der Sinne« und die tiefe Verunsicherung heroischer Handlungsmuster durch den Stellungskrieg. In vergleichender Perspektive geht der Band den Elementarschauplätzen des Luft- und Seekriegs nach und stellt unerwartete Zeugnisse des Kriegs der Nerven und Symptome vor. Nicht zuletzt rekonstruieren eindringliche Lektüren der im oder nach dem Krieg entstandenen Großwerke (u.a. von Hofmannsthal, Thomas Mann, Musil, Döblin und Marcel Proust) die tiefgreifenden Umbrüche literarischer Autorschaft und er zählerischen Gestaltungsvermögens durch jenen mehr als vierjährigen Ausnahmezustand, dessen Folgen das 20. Jahrhundert so nachhaltig prägen sollten.

Hardcover / 848 Seiten
ISBN 978-3-940384-65-2
EUR 48,00 / SFr 66,00

erhältlich im gutsortierten Buchhandel oder per Direktbestellung beim Verlag: www.vorwerk8.de

StudentInnen erhalten die Bücher mit einem Rabatt von 30%.

Buchbesprechung auf literaturkritik.de